Die Schilddrüse und der Appetit

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Wie du deinem ständigen Hunger ein Ende setzt!

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion kommt es sehr häufig zur Gewichtszunahme. Die geringe Menge an Schilddrüsenhormonen sorgt dafür, dass dein Stoffwechsel nur noch im Schneckentempo arbeitet. Die Energie der aufgenommenen Nahrung wird nicht mehr vollständig verbraucht.

Was dann passiert?

Dein Körper speichert den Energieüberschuss in deinen Fettdepots. Dabei ist es egal wodurch es zur Schilddrüsenunterfunktion kommt. Schuld daran kann die Autoimmunerkrankung Hashimoto sein, eine Entfernung der Schilddrüse durch eine Operation oder die Radiojodtherapie oder beispielsweise eine Jodmangelernährung.

Allerdings kann nicht nur eine Schilddrüsenunterfunktion zur Gewichtszunahme führen. Auch bei Patienten mit einer starken Schilddrüsenüberfunktion kann es zu deutlicher Gewichtszunahme kommen. Schuld daran, ist das Schilddrüsenhormon T3.

Dieses Hormon ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite kurbelt es deinen Stoffwechsel massiv an, sodass die Energie der aufgenommenen Nahrung sofort wieder verbraucht wird. Auf der anderen Seite beschert dir dieses Hormon einen massiven Appetit. Welche Eigenschaft des Schilddrüsenhormons überwiegt ist individuell.

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Egal welcher medizinische Hintergrund dafür sorgt, dass du dich mit deinem Gewicht unwohl fühlst; schuld daran ist sehr häufig der Appetit. Arbeitet dein Stoffwechsel gerade langsamer als zuvor, aber dein Appetit passt sich nicht an? Du isst genau so viel wie vorher? Dann ist die Gewichtszunahme leider vorprogrammiert.

Ich möchte dir im Folgenden kurz erklären, woher der Appetit kommt und wie du in besser in den Griff bekommen kannst.

Wer oder was steuert unseren Appetit?

Bei dieser Frage kommt ein weiteres Hormon unseres Körpers ins Spiel, das Leptin. Dieses Hormon wird von unseren Fettzellen produziert. Sind genügend Fettdepots in unserem Körper vorhanden, wird Leptin ausgeschüttet und wandert durch den Blutstrom zu unserem Gehirn und zügelt dort unseren Appetit. Ein sinnvoller Mechanismus unseres Körpers um die weitere Vergrößerung der Fettspeicher im Körper zu verhindern.

Klingt zunächst nach einer tollen Strategie. Aber! Neigt dein Körper zu Übergewicht wird dieser Mechanismus außer Kraft gesetzt. Man bezeichnet das als Leptinresistenz.

Hast du einige oder auch mehrere Fettpolster zu viel, produziert dein Körper immer weiter Leptin um deinem Gehirn zu signalisieren, dass die Nahrungsaufnahme gestoppt werden soll. Dadurch verliert Leptin immer weiter an Wirksamkeit und wird vom Gehirn irgendwann gar nicht mehr erkannt. Das Sättigungsgefühl bleibt völlig aus.

Was hilft gegen Heißhunger?

Warnen möchte ich dich an dieser stellen vor Appetitzüglern. Sogenannte Anorektika, haben oft sehr starke Nebenwirkungen und sollten nur für stark übergewichtige Menschen der letzte Ausweg sein. Gerade bei einer Schilddrüsenfehlfunktion ist der Körper schon genug belastet, sodass er sich nicht noch mit solchen Nebenwirkungen rumschlagen sollte.

5 schnelle Hausmittel gegen Heißhunger!

  • Trinke ausreichend Wasser. Häufig entsteht ein Hungergefühl, obwohl man eigentlich durstig ist. Zudem füllt das Volumen den Magen.
  • Du hast starkes Verlangen nach Schokolade oder anderen süßen Sachen? Dann putze dir jedes Mal die Zähne oder nimm dir für unterwegs ein paar starke Kaugummis mit. Die Lust auf was Süßes ist dann sofort verflogen.
  • Süßstoffe vermeiden: Der süße Geschmack der unnatürlichen Süßungsmittel vermittelt deinem Körper die Information, dass eine große Menge an Zucker zur Verfügung steht. Daraufhin produziert der Körper Insulin. Da der Energiekick durch den erhofften Zucker allerdings ausbleibt, folgt eine Heißhungerattacke.
  • Ingwer: Als Tee oder als Geschmacksträger im Essen ist Ingwer eine gesunde Sache. Darüber hinaus ist er aber auch noch ein Appetitzügler. Daher öfter mal zur Ingwerknolle greifen.
  • Ausreichend schlafen. Schlafmangel erhöht den Appetit und den Hunger erheblich. Versuche daher jede Nacht ausreichend Schlaf zu bekommen. Deine Schilddrüse lässt dich nicht einschlafen? Dann erfahre hier hilfreiche Tipps für einen erholsameren Schlaf.

Ein Mikronährstoffmangel als Ursache des Dauerappetits!

Ein weiterer Grund der sehr sehr häufig zu einem nicht mehr endenden Dauerappetit führt, ist ein sogenannter Mikronährstoffmangel. Also ein Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen. Vitamine und Mineralstoffe können von unserem Körper nicht selber hergestellt werden. Daher müssen wir Mikronährstoffe über die Nahrung aufnehmen. Und so lange wir unsere Mikronährstoffspeicher nicht genügend gefüllt haben, verlangt der Körper nach mehr und mehr Nahrung. Also wir essen und essen und dennoch hört der Hunger nicht auf.

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass PatientInnen mit den autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen Morbus Basedow und Hashimoto deutlich häufiger an einem Mikronährstoffmangel leiden, als die „gesunde“ Normalbevölkerung. Aber warum ist es schwierig gerade bei den Autoimmunerkrankungen Morbus Basedow und Hashimoto seine Mikronährstoffspeicher ausreichend zu füllen?

  1. Unsere Nahrung ist heute hochkalorisch, enthält also viele Kalorien aber kaum noch Mikronährstoffe
  2. Die Krankheiten Morbus Basedow und Hashimoto steigern den Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen deutlich
  3. Schädigungen des Darms & Entzündungen des Magens treten häufig in Kombination mit den Autoimmunerkrankungen Morbus Basedow und Hashimoto auf, sodass Mineralstoffe und Vitamine nicht mehr ausreichend aus der Nahrung aufgenommen werden können.

Der Appetit kann also ein Hilferuf deines Körpers sein, um dir zu signalisieren, dass er nicht mehr ausreichend mit Mikronährstoffen versorgt ist. Wenn du erfahren möchtest, wie deinen Körper trotz Morbus Basedow und Hashimoto richtig mit Mikronährstoffen versorgen kannst, habe ich für dich den „Endlich-wieder-Ich“ Mikronährstoffkurs entwickelt.  Ich zeige dir, welche Mikronährstoffe bei Morbus Basedow und Hashimoto besonders kritisch sind, welche Nahrungsergänzungsmittel wirklich Sinn machen und wie du mit einer optimalen Mikronährstoffversorgung deinen ständigen Appetit wieder in den Griff bekommen kannst. Mehr Informationen erhältst du hier.

3 Kommentare zu „Die Schilddrüse und der Appetit“

  1. Toll, dass es so viele Hausmittel gegen Heißhunger gibt! Ich habe lange den Verdacht gehegt an einer Schilddrüsenerkrankung zu leiden. Eben auch, weil ich immer Heißhunger hatte. Mein Arzt hat dies dann bestätigt.

  2. Dass Ingwer den Heißhunger stillt, wusste ich bis heute nicht. Ich sollte definitiv mehr Ingwer zu mir nehmen. Danke ihnen für diesen hilfreichen Beitrag zum Thema Schilddrüse und Appetit. Ich habe die starke Befürchtung eine Unterfunktion zu haben und werde bald den Arzt aufsuchen. Ihr Beitrag kam mir sehr gelegen und hat mich sehr gut informiert.

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